Tiere
In der heutigen volkstümlichen Vorstellung haben Hexen ihre Lieblingstiere: Sie werden oft mit einer Eule auf der Schulter, einer Kröte in der Tasche oder einer schwarzen Katze, die um ihre Beine streicht, dargestellt. In den Hexenprozessen des AAEB werden jedoch ziemlich andere Tiere erwähnt. Auch wenn die Katze tatsächlich oft auftaucht, so fehlen die Eule, der Uhu und der Rabe in unseren Akten komplett und eine Kröte kommt unseres Wissens nur einmal vor. Dafür finden unerwartetere Kreaturen Erwähnung. Das Volk ist nämlich eine Zeit lang überzeugt, dass Hexen sich Fliegen (siehe «Besessene») oder sogar Flöhe bedienen, um ihre Opfer zu quälen. Die angeklagten Frauen erfinden manchmal originelle Geschichten, um ihre Vernehmer zufriedenzustellen. 1613 gibt eine gewisse Jeannette aus Boncourt an, immer einen Schmetterling in einer Schachtel mit sich zu tragen, der niemand anderes als ihr persönlicher Dämon namens Belorset sei: Er könne ihr so jederzeit weitere Übeltaten vorschlagen. Hexen wurde auch nachgesagt, sich in ein Tier verwandeln zu können (siehe «Werwolf», «Hase»).
Mehr zum Thema: PCrim E 300-69 (Katze, S. 3 und Wolf, S. 4), B 168/14-30.1, S. 2 und B 168/15-12.5, S. 1 (Katzen); PCrim E 163-1, S. 1 und 163-3, S. 5 (Werwolf) und PCrim MG 52, 1651 (Wölfe); B 168/17-18.2, S. 5-6 (Schmetterling); B 168/18-9.2, S. 2 (unbekannter und angsteinflössender schwarzer Vogel); Flohbefall: B 168/14-23.2, S. 3, Z. 17 bis S. 4, Z. 22 (Anklage) und B 168/14-23.1, S. 15, Z. 1-21 (Geständnis); B 168/19-35.1, S. 1 (Verwandlung in Fuchs); B 168/14-20.1, besonders S. 8 (Kröte).